E. Wagner  Fri Jul 22 09:33:06 2005 Date
Message Nicht der einzig gangbare Weg


Stellungnahme der RER Luxembourg a.s.b.l. zu

Wort im Gespräch mit Georges Molitor,
dem neuen Direktor der Ponts et Chaussées :
Aufs Gaspedal drücken, 11.06.05



Die Aussage, dass der Mobilität im IVL (Integratives Verkehrs- und Landesentwicklungs-konzept) eine zentrale Bedeutung zukommt, möchten auch wir hervorstreichen.

Dass Straßen- und Schienennetz optimiert werden müssen und dazu die Verkehrsnetze definiert, reserviert und realisiert werden sollen, dass die Erschließung von Bauland sich nach der Transportinfrastruktur richtet, nicht umgekehrt, sind Aussagen, die sehr positiv wirken.

Auch die konkreten Überlegungen, um den Individualverkehr aus den Ballungszentren herauszuhalten, bringen erfrischenden Wind in die Diskussion.

Was aber in diesem Interview befremdet, ist die sonderbare Argumentation zum Thema Train-Tram, den der neue Direktor der Verwaltung als das einzige sinnvolle Konzept ansieht: „Wer 80 Meter in die Tiefe muss, egal wie schnell das geht, um 200 Meter zu fahren, der geht gleich zu Fuß.“ Diese Bemerkung ist wohl eine Anspielung auf den alternativen Vorschlag „Bus-Bunn“ (Projekt Schummer) mit seinen Liften. Aber dort braucht man keine Tiefen von 80 m zu erreichen. Und, für 200 m horizontale Distanz nähme auch niemand die Tram.

Des weiteren : Dass ein Hybridsystem, wie das des Train-Tram, die einzig richtige Lösung für unser Land sei, stimmt nicht.

Die größte Herausforderung stellen die über 100 000 Berufspendler, die täglich in unsere Hauptstadt hinein und wieder hinaus wollen.

Es wäre sicher nicht damit getan, alle Eisenbahnlinien vor der Stadt zu bündeln und sie in einem gemeinsamen Straßenbahn-Strang durch die überlastete Stadt Luxemburg zu führen, wie bei BTB. Rein von der Transportkapazität her erreicht eine Train-Tram-Strecke höchstens 20% einer entsprechenden Eisenbahn-Tunnelstrecke, von der erzielbaren Durchschnittsgeschwindigkeit ganz zu schweigen. Noch unsinniger wäre es, die Straßenbahnstrecke um die Stadt herum zu führen, wie bei Modul K.

Im Ausland haben die Berufspendler immer mehr die Möglichkeit, mit RER (Réseau Express Régional) oder S-Bahn (Schnell-Bahn) schneller ans Ziel zu kommen. Aus einem Radius von 30 – 50 km kommen regionale Züge, fahren unter dem Ballungszentrum durch und dann in einer anderen Richtung weiter. Im Stadt- oder Gewerbezentrum, wo übrigens die Haltestellen näher liegen, steigt man, wenn nötig, auf andere Verkehrsmittel um. Hier einige Beispiele : Brüssel (+/- 300 000 Passagiere pro Tag), Stuttgart (+/- 200 000), Salzburg (+/- 150 000). Die METROLOR, Région Lorraine, erreicht schon jetzt unseren Hauptbahnhof. Mehr über diese Lösung ist unter www.rer.lu zu finden.

In unserem Land : Mit einer meist unterirdischen Zuglinie Hauptbahnhof – Dommeldange und einer Abzweigung nach Kirchberg wären Stadtzentrum, Limpertsberg und der Kirchberg von der klassischen Eisenbahn erschlossen. Von den Achsen Nord-Süd und Ost-West wären Aktivitätszonen und Schulzentren, wenn nicht direkt, dann doch bequem mit dem Bus zu erreichen. Berufspendler ließen wahrscheinlich den Wagen zu Hause, und die Busachsen durch die Hauptstadt wären entlastet.


Für RER Luxembourg a.s.b.l
Ernest Wagner, Vize-Präsident



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